Pigmentflecken entfernen: die Ursache entscheidet
Pigmentflecken lassen sich mit Laser, Peeling oder aufhellenden Wirkstoffen aufhellen, aber nur, wenn die Ursache mitbehandelt wird: Ohne konsequenten UV-Schutz kommt die Verfärbung zurück, und pigmentierte Hautveränderungen sind nach § 5 Absatz 2 NiSV ärztliche Sache.
Drei Ursachen, drei Verläufe
Pigmentflecken entstehen, wenn Melanozyten örtlich zu viel Farbstoff bilden. Der häufigste Auslöser ist UV-Strahlung: Sonnenlicht über Jahre hinweg erzeugt die flachen, hellbraunen Flecken an Handrücken, Dekolleté und Schläfen. Der zweite Auslöser sind Hormone, typisch in Schwangerschaft oder unter hormoneller Verhütung. Der dritte sind Entzündungen, etwa nach Akne, Verletzungen oder unsachgemäßen Behandlungen.
Diese drei Wege verlangen unterschiedliche Antworten. Sonnenbedingte Flecken sprechen auf Laser und Peelings gut an. Hormonbedingte Verfärbungen sind unberechenbarer und neigen zum Wiederkommen, solange die hormonelle Lage bleibt. Entzündungsbedingte Flecken verblassen bei vielen Menschen von allein, brauchen dafür aber Monate und vor allem Ruhe.
| Weg | Wirkt über | Sichtbar nach | Grenze |
|---|---|---|---|
| Gütegeschalteter Laser | Zerfall des Melanins | 1 bis 3 Sitzungen | Arztvorbehalt, § 5 NiSV |
| Chemisches Peeling | Abtragen der Hornschicht | 3 bis 6 Anwendungen | Rötung für Tage |
| Azelainsäure, Vitamin C | Bremse der Melaninbildung | 8 bis 12 Wochen | nur bei täglicher Anwendung |
| Lichtschutz | verhindert Neubildung | dauerhaft | wirkt nur, solange er benutzt wird |
Die Verfahren und ihre Grenzen
Gütegeschaltete Laser zielen mit kurzen Impulsen auf das Melanin, das die Energie aufnimmt und zerfällt. Fruchtsäure- und andere chemische Peelings lösen die oberen Hautschichten ab und nehmen das eingelagerte Pigment mit. Aufhellende Wirkstoffe wie Azelainsäure, Vitamin C oder Niacinamid bremsen die Melaninbildung, wirken aber langsam und über Wochen.
Zwei Punkte begrenzen jedes dieser Verfahren. Erstens: Ohne täglichen Lichtschutz kommt der Fleck zurück, oft innerhalb einer Saison. Zweitens: Bei dunkleren Hauttypen kann jede Behandlung selbst eine Pigmentverschiebung auslösen, nach oben wie nach unten. Deshalb wird bei ihnen vorsichtiger dosiert und häufiger mit Wirkstoffen statt mit Energie gearbeitet.
Rechtlich ist die Lage eindeutig. § 5 Absatz 2 NiSV führt Anwendungen an pigmentierten Hautveränderungen unter den Behandlungen auf, die approbierten Ärztinnen und Ärzten mit entsprechender Weiterbildung vorbehalten sind. Seit dem 31. Dezember 2020 gilt das bundesweit.
Was vor der ersten Sitzung geklärt sein muss
Vor jeder Aufhellung steht die Frage, ob es überhaupt ein harmloser Pigmentfleck ist. Flache braune Flecken können auch Frühformen bösartiger Veränderungen sein. Wird ein solcher Fleck weggelasert, ist er nicht mehr untersuchbar. Deshalb gehört die Auflichtmikroskopie an den Anfang, nicht die Energieeinstellung.
Danach zählt der Zeitpunkt. Behandelt wird bevorzugt im Herbst und Winter, weil in den 4 bis 6 Wochen nach jeder Sitzung Sonne die frische Haut nachdunkeln lässt. Wer im Juni beginnt, arbeitet gegen die Jahreszeit.
| Art | Aussehen | Erste Wahl | Aussicht |
|---|---|---|---|
| Sonnenbedingt | scharf begrenzt, gleichmäßig braun | Laser | gut, 1 bis 3 Sitzungen |
| Hormonbedingt | flächig, unscharf, symmetrisch | Wirkstoffe, Lichtschutz | wechselhaft, Monate |
| Nach Entzündung | rötlich-braun, an alter Stelle | abwarten, Lichtschutz | verblasst oft von selbst |
| Unklar | verändert sich, mehrfarbig | Untersuchung | erst Befund, dann Behandlung |
Wie Sie die Art des Flecks erkennen
Sonnenbedingte Flecken sind scharf begrenzt, gleichmäßig hell- bis mittelbraun und sitzen an Stellen mit viel Licht: Handrücken, Dekolleté, Schläfen. Sie verändern sich über Jahre kaum. Hormonbedingte Verfärbungen sind flächig, unscharf und häufig symmetrisch auf Wangen, Stirn und Oberlippe.
Entzündungsbedingte Flecken sitzen genau dort, wo vorher etwas war: an abgeheilten Pickeln, an einer Schürfwunde, an einer Stelle, die zu heiß behandelt wurde. Sie sind meist rötlich-braun und verblassen bei vielen Menschen über 6 bis 12 Monate von selbst.
Was das für die Behandlung heißt
Sonnenflecken sprechen auf Laser gut an. Hormonflecken reagieren unberechenbar und werden vorsichtig behandelt. Entzündungsflecken brauchen vor allem Ruhe und Lichtschutz. Wer alle drei gleich behandelt, verschlechtert mindestens einen davon.
Der Ablauf einer Lasersitzung
Nach der Untersuchung wird die Stelle gereinigt und je nach Empfindlichkeit betäubt. Der Impuls fühlt sich an wie ein feiner Nadelstich oder ein Gummiband, das schnippt. Eine einzelne Stelle ist in Sekunden behandelt, eine Hand mit mehreren Flecken in 10 bis 20 Minuten.
Direkt danach dunkelt der Fleck nach, oft deutlich. Das ist gewollt: Das zerlegte Pigment wandert an die Oberfläche. Es bildet sich eine feine Kruste, die in 7 bis 14 Tagen abschuppt. Erst danach zeigt sich das Ergebnis.
Häufig genügen 1 bis 3 Sitzungen im Abstand von 4 bis 6 Wochen. In dieser Zeit gehören Sonne, Solarium und Selbstbräuner auf der behandelten Stelle ausgelassen, dazu täglicher Lichtschutz ab Faktor 30.
Vor der ersten Sitzung
- Wurde der Fleck mit dem Auflichtmikroskop beurteilt?
- Steht fest, welche der drei Ursachen vorliegt?
- Liegt der Termin in der lichtarmen Jahreszeit?
- Ist Lichtschutz ab Faktor 30 für die Folgewochen vorhanden?
- Wurden Solarium und Selbstbräuner rechtzeitig abgesetzt?
Häufige Fragen
Kommen Pigmentflecken nach der Behandlung wieder?
Ohne täglichen Lichtschutz sehr wahrscheinlich, oft schon innerhalb einer Saison. Die Behandlung entfernt das eingelagerte Pigment, sie ändert nichts an der Neigung der Haut, bei UV-Strahlung neues zu bilden.
Wer darf Pigmentflecken lasern?
Approbierte Ärztinnen und Ärzte mit entsprechender Weiterbildung. § 5 Absatz 2 NiSV nennt Anwendungen an pigmentierten Hautveränderungen ausdrücklich als arztvorbehalten, und zwar seit dem 31. Dezember 2020.
Welche Jahreszeit eignet sich?
Herbst und Winter. In den 4 bis 6 Wochen nach jeder Sitzung reagiert die frische Haut empfindlich auf UV-Strahlung und dunkelt sonst nach.
Hilft Bleichcreme aus der Drogerie?
Wirkstoffe wie Azelainsäure, Vitamin C oder Niacinamid bremsen die Melaninbildung und hellen über 8 bis 12 Wochen sichtbar auf. Sie wirken langsamer als Laser und nur bei täglicher Anwendung.
Kann ein Pigmentfleck gefährlich sein?
Ja. Flache braune Flecken können Frühformen bösartiger Veränderungen sein. Deshalb steht die Untersuchung vor jeder Aufhellung. Was gelasert wurde, lässt sich später nicht mehr feingeweblich beurteilen.
Wie fühlt sich die Behandlung an?
Wie ein feiner Nadelstich oder ein schnippendes Gummiband. Eine einzelne Stelle ist in Sekunden behandelt, eine Hand mit mehreren Flecken in 10 bis 20 Minuten.
Quellen
- NiSV § 5, Fachkunde und Arztvorbehalt · Gesetzestext im Volltext
- Bundesamt für Strahlenschutz: Entfernung von Tattoos · Sitzungszahlen, Risiken, Spaltprodukte
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