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Laser und Haut

Muttermal entfernen: erst der Befund, dann die Methode

Ein Muttermal wird nur dann gelasert, wenn es zuvor ärztlich als unbedenklich beurteilt wurde; alles Auffällige wird herausgeschnitten und feingeweblich untersucht, weil der Laser das Gewebe zerstört und damit jede spätere Untersuchung unmöglich macht.

Behandlungsstuhl in einem hellen Raum
Behandlungsstuhl in einem hellen RaumKI-generiertes Bild

Der entscheidende Unterschied zwischen Lasern und Schneiden

Ein Laser trägt Gewebe ab oder zerstört Pigment. Was er behandelt hat, existiert danach nicht mehr als untersuchbares Material. Ein Skalpell dagegen entnimmt das Mal am Stück, und dieses Stück geht in die Pathologie. Erst dort zeigt sich unter dem Mikroskop, ob die Zellen gutartig waren.

Deshalb lautet die Reihenfolge in jeder seriösen Praxis: erst untersuchen, dann entscheiden. Zeigt die Auflichtmikroskopie ein unauffälliges Bild, kommt eine kosmetische Entfernung in Frage. Zeigt sie irgendetwas Unklares, wird herausgeschnitten. Wer ein Mal lasert, das später Fragen aufwirft, hat die Antwort vernichtet.

Die NiSV zieht dieselbe Linie. § 5 Absatz 2 nennt Anwendungen an pigmentierten Hautveränderungen ausdrücklich unter den Behandlungen, die approbierten Ärztinnen und Ärzten mit entsprechender Weiterbildung vorbehalten sind. Ein Kosmetikstudio darf Muttermale nicht behandeln, seit dem 31. Dezember 2020 gilt das eindeutig.

ABCDE, die fünf Merkmale
BuchstabeBedeutungAuffällig, wenn
AAsymmetriedie beiden Hälften nicht zueinander passen
BBegrenzungder Rand ausgefranst oder unscharf ist
CColoritmehrere Farbtöne in einem Mal liegen
DDurchmesserer über 5 Millimeter beträgt
EErhabenheit, Entwicklungsich Form, Farbe oder Höhe ändern

Die ABCDE-Regel als Selbstprüfung

Fünf Merkmale helfen, ein auffälliges von einem harmlosen Mal zu unterscheiden. A steht für Asymmetrie, B für unregelmäßige Begrenzung, C für mehrfarbiges Colorit, D für einen Durchmesser über 5 Millimeter und E für Erhabenheit oder eine Entwicklung, also eine Veränderung über die Zeit.

Diese Regel ersetzt keine Untersuchung, sie sortiert nur die Dringlichkeit. Wer eines der Merkmale bei sich findet, macht einen Termin. Wer ein Mal seit Jahren unverändert kennt und es nur als störend empfindet, hat Zeit für ein Beratungsgespräch. Ein Mal, das juckt, nässt oder blutet, gehört unabhängig von allen Buchstaben zeitnah untersucht.

Was nach der Entfernung passiert

Beim Herausschneiden entsteht eine Naht, die je nach Stelle 7 bis 14 Tage bleibt. Die Narbe verblasst über Monate. Beim Lasern entsteht eine oberflächliche Wunde, die in etwa 1 bis 2 Wochen abheilt. In beiden Fällen gilt für die folgenden Wochen strenger Sonnenschutz, sonst dunkelt die frische Haut nach.

Ein Punkt wird oft übersehen: Ein entferntes Mal schützt nicht vor neuen. Wer viele Male hat, hat sie auch nach dem Eingriff. Regelmäßige Kontrollen bleiben deshalb die eigentliche Vorsorge, das Entfernen einzelner Male ist Kosmetik.

Wie eine Untersuchung abläuft

Am Anfang steht die Auflichtmikroskopie, umgangssprachlich Dermatoskopie. Ein beleuchtetes Vergrößerungsgerät wird auf die Haut aufgesetzt, dadurch werden Strukturen sichtbar, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind: Pigmentnetze, Punkte, Gefäßmuster. Die Untersuchung dauert wenige Sekunden je Mal und tut nicht weh.

Wer viele Male hat, bekommt häufig eine Fotodokumentation. Auffällige Male werden aufgenommen und beim nächsten Termin verglichen. Genau darin liegt der Wert regelmäßiger Kontrollen: Nicht das einzelne Bild entscheidet, sondern die Veränderung zwischen zwei Bildern.

Wie oft zur Kontrolle

Ohne besondere Risikofaktoren genügt vielen Menschen ein Termin alle 2 Jahre. Wer viele Male hat, hellhäutig ist, in der Kindheit Sonnenbrände hatte oder Hautkrebs in der Familie kennt, geht häufiger, oft jährlich. Den Rhythmus legt die Praxis fest.

Nach dem Eingriff

Beim Herausschneiden entsteht eine Naht. Sie bleibt je nach Stelle 7 bis 14 Tage, im Gesicht eher kürzer, am Rücken eher länger. Bis zum Fädenziehen gehören Sport mit Zug auf der Naht, Sauna und Schwimmbad ausgelassen. Die Narbe rötet sich zunächst und verblasst über 6 bis 12 Monate.

Beim Lasern eines unbedenklichen Mals entsteht eine oberflächliche Wunde, die in 1 bis 2 Wochen abheilt. In beiden Fällen ist Lichtschutz die wichtigste Maßnahme danach: Frische Narben dunkeln unter UV dauerhaft nach, und das lässt sich später kaum korrigieren.

Das Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung liegt meist nach 5 bis 10 Werktagen vor. Fragen Sie beim Termin, wie Sie es erfahren, und gehen Sie nicht davon aus, dass sich niemand meldet, wenn alles in Ordnung ist.

Wann ein Mal zeitnah untersucht gehört

  • Es wächst oder verändert seine Form.
  • Die Farbe wechselt oder mehrere Töne treten auf.
  • Der Rand wird unscharf oder ausgefranst.
  • Es juckt, nässt oder blutet ohne Verletzung.
  • Es sieht anders aus als alle anderen Male am Körper.
  • Es ist neu und Sie sind über 40 Jahre alt.

Häufige Fragen

Kann jedes Muttermal gelasert werden?

Nein. Gelasert wird nur, was zuvor ärztlich als unbedenklich beurteilt wurde. Auffällige Male werden herausgeschnitten, weil nur so eine feingewebliche Untersuchung möglich bleibt. Der Laser zerstört das Material.

Darf ein Kosmetikstudio Muttermale entfernen?

Nein. § 5 Absatz 2 NiSV behält Anwendungen an pigmentierten Hautveränderungen approbierten Ärztinnen und Ärzten mit entsprechender Weiterbildung vor.

Zahlt die Krankenkasse die Entfernung?

Bei medizinischer Notwendigkeit, also bei auffälligem Befund oder ständiger mechanischer Reizung, ist das die Regel. Rein kosmetische Entfernungen zahlen Sie selbst. Die Einordnung trifft die Praxis, nicht der Wunsch.

Wie lange dauert die Heilung?

Nach dem Herausschneiden bleibt die Naht je nach Stelle 7 bis 14 Tage, die Narbe verblasst über Monate. Eine oberflächliche Laserwunde heilt in etwa 1 bis 2 Wochen ab. Sonnenschutz ist in beiden Fällen wochenlang Pflicht.

Was bedeutet die ABCDE-Regel?

Sie prüft Asymmetrie, Begrenzung, Colorit, Durchmesser über 5 Millimeter und Erhabenheit oder Entwicklung. Trifft eines der Merkmale zu, gehört das Mal untersucht. Die Regel ersetzt keine Diagnose.

Wie läuft eine Muttermalkontrolle ab?

Mit einem Auflichtmikroskop, das auf die Haut aufgesetzt wird und Pigment- und Gefäßstrukturen sichtbar macht. Die Untersuchung dauert wenige Sekunden je Mal und tut nicht weh.

Quellen

Weiterlesen

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine ärztliche oder fachkosmetische Beratung und keine Untersuchung.