Warzen entfernen: wann behandeln, wann abwarten
Warzen werden von humanen Papillomviren ausgelöst, verschwinden bei vielen Menschen innerhalb von Monaten bis 2 Jahren ohne Behandlung wieder, und wenn behandelt wird, gehört die Laserentfernung nach § 5 Absatz 2 NiSV in ärztliche Hände.
Was eine Warze ist und warum sie wiederkommt
Warzen sind gutartige Hautwucherungen, ausgelöst von humanen Papillomviren. Das Virus dringt über kleinste Risse in die oberste Hautschicht ein und bringt die Zellen dort dazu, sich stärker zu teilen. Weil das Virus in der Haut bleibt und nicht im Blut zirkuliert, hilft keine Tablette dagegen. Jede Behandlung setzt am Gewebe an, nicht am Erreger.
Das erklärt auch die Rückfallquote. Wird nur die sichtbare Wucherung entfernt und bleiben virusbefallene Zellen am Rand zurück, wächst nach einigen Wochen eine neue Warze an derselben Stelle. Feuchte, aufgeweichte Haut begünstigt die Ansteckung, weshalb Schwimmbad, Sauna und Gemeinschaftsduschen als typische Übertragungsorte gelten.
Bei vielen Betroffenen heilen Warzen ohne jede Behandlung ab, weil das Immunsystem das Virus in den Griff bekommt. Das kann Monate dauern, bei einem Teil auch länger als 2 Jahre. Abwarten ist deshalb eine ernstzunehmende Option, besonders bei Kindern und bei Warzen an unauffälligen Stellen.
| Verfahren | Wirkprinzip | Termine | Wer darf |
|---|---|---|---|
| Salicylsäure | Hornschicht auflösen | täglich, über Wochen | zu Hause |
| Vereisung | Kälte zerstört Gewebe | meist mehrere | ärztlich |
| Auskratzen | mechanische Entfernung | 1 Termin | ärztlich |
| Ablativer Laser | Gewebe wird abgetragen | 1 bis 3 | nur ärztlich, § 5 NiSV |
| Gefäßlaser | Blutgefäße veröden | 2 bis 4 | nur ärztlich, § 5 NiSV |
Die Verfahren im Vergleich
Salicylsäure- und Milchsäurezubereitungen weichen die Hornschicht über Wochen auf und werden zu Hause angewendet. Die Vereisung mit flüssigem Stickstoff zerstört das Gewebe durch Kälte und wird meist mehrfach wiederholt. Beim Auskratzen wird die Warze mechanisch entfernt. Der Laser arbeitet mit Hitze: Ablative Systeme tragen das Gewebe schichtweise ab, gefäßwirksame Systeme veröden die versorgenden Blutgefäße, sodass die Warze abstirbt.
Beide Laserwege fallen unter den Arztvorbehalt. § 5 Absatz 2 NiSV nennt ablative Laseranwendungen und Anwendungen, bei denen die Integrität der Epidermis verletzt wird, ausdrücklich unter den Behandlungen, die approbierten Ärztinnen und Ärzten vorbehalten sind. Ein Kosmetikstudio darf Warzen also nicht lasern.
Wann der Termin nicht warten sollte
Eine Hautveränderung, die Sie für eine Warze halten, muss keine sein. Verhornte Stellen, Dellwarzen, Alterswarzen und in seltenen Fällen bösartige Veränderungen sehen einander ähnlich. Vier Anlässe sprechen dagegen, es weiter selbst zu versuchen: rasches Wachstum, Blutung ohne Verletzung, Farbwechsel und Schmerz beim Gehen oder Greifen.
Dazu kommen die Fälle, in denen Selbstbehandlung von vornherein ausscheidet: Warzen im Gesicht und im Genitalbereich, Warzen bei Diabetes oder Durchblutungsstörungen an den Füßen und Warzen bei geschwächtem Immunsystem. Hier entscheidet die Praxis über das Verfahren, nicht die Drogerie.
Die Formen, die verwechselt werden
Nicht jede raue Stelle ist eine Warze. Die gewöhnliche Warze sitzt meist an Händen und Fingern, hat eine zerklüftete Oberfläche und oft dunkle Pünktchen, die verstopfte Gefäße sind. Die Dornwarze wächst an der Fußsohle unter dem Druck des Körpergewichts nach innen und schmerzt beim Gehen.
Die Dellwarze ist glatt, hautfarben und hat eine winzige Einsenkung in der Mitte; sie wird von einem anderen Virus ausgelöst und tritt vor allem bei Kindern auf. Die Alterswarze schließlich ist gar keine Warze, sondern eine gutartige Verhornung, die mit dem Alter auftritt und nicht ansteckend ist.
Warum die Unterscheidung zählt
Weil jede Form anders behandelt wird und weil eine hartnäckige Stelle im Zweifel etwas anderes sein kann. Eine Hautveränderung, die blutet, wächst oder die Farbe wechselt, wird untersucht, bevor irgendetwas darauf aufgetragen wird.
Selbstbehandlung, richtig gemacht
Wer eine gewöhnliche Warze an der Hand selbst behandelt, arbeitet mit Geduld statt mit Kraft. Salicylsäurehaltige Zubereitungen werden täglich aufgetragen, die aufgeweichte Hornschicht wird nach einem warmen Bad vorsichtig abgetragen, und das über Wochen. Übliche Zeiträume sind 6 bis 12 Wochen.
Die gesunde Haut ringsum gehört geschützt, etwa mit Zinkpaste oder einem Pflaster mit Loch. Wer die Säure großflächig aufträgt, verätzt die Umgebung und macht die Sache schmerzhafter als nötig.
Nicht selbst behandelt wird im Gesicht, im Genitalbereich, bei Kindern unter Anleitung, bei Diabetes, bei Durchblutungsstörungen an den Füßen und bei geschwächtem Immunsystem. In diesen Fällen entscheidet die Praxis über das Verfahren.
Was gegen die Ausbreitung hilft
- In Schwimmbad, Sauna und Gemeinschaftsdusche Badeschuhe tragen.
- Handtücher, Socken und Feilen nicht teilen.
- Nach dem Duschen die Zehenzwischenräume trocknen.
- Nicht an der Warze kratzen und danach andere Stellen berühren.
- Eigene Feile für die Warze, danach entsorgen oder desinfizieren.
- Socken bei 60 Grad waschen, wenn Fußwarzen bestehen.
Häufige Fragen
Verschwinden Warzen wirklich von selbst?
Bei vielen Menschen ja. Das Immunsystem bekommt die Viren mit der Zeit in den Griff, oft innerhalb von Monaten, bei einem Teil dauert es länger als 2 Jahre. Abwarten ist besonders bei Kindern und unauffälligen Stellen eine vertretbare Entscheidung.
Darf ein Kosmetikstudio Warzen lasern?
Nein. § 5 Absatz 2 NiSV behält ablative Laseranwendungen und Anwendungen mit Verletzung der Epidermis approbierten Ärztinnen und Ärzten vor. Das schließt die Laserentfernung von Warzen ein.
Warum kommt die Warze nach der Behandlung wieder?
Weil das Virus in der umgebenden Haut bleiben kann. Entfernt wird die Wucherung, nicht der Erreger. Bleiben befallene Zellen am Rand zurück, wächst nach Wochen eine neue Warze an derselben Stelle.
Sind Warzen ansteckend?
Ja, über direkten Hautkontakt und über feuchte Oberflächen. Schwimmbad, Sauna und Gemeinschaftsduschen gelten als typische Übertragungsorte, weil aufgeweichte Haut die Viren leichter aufnimmt.
Wann muss ich damit zum Arzt?
Bei raschem Wachstum, Blutung ohne Verletzung, Farbwechsel oder Schmerz. Ebenso bei Warzen im Gesicht und Genitalbereich, bei Diabetes, Durchblutungsstörungen und geschwächtem Immunsystem.
Was ist der Unterschied zwischen Warze und Alterswarze?
Die Warze wird von Viren ausgelöst und ist ansteckend, die Alterswarze ist eine gutartige Verhornung ohne Virusbeteiligung und nicht ansteckend.
Quellen
- IQWiG, gesundheitsinformation.de: Warzen · Ursache und Verlauf
- NiSV § 5, Fachkunde und Arztvorbehalt · Gesetzestext im Volltext
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