Maniküre: die Nagelhaut ist der Knackpunkt
Der wichtigste Handgriff der Maniküre ist der Umgang mit der Nagelhaut: Sie wird aufgeweicht und zurückgeschoben, nicht abgeschnitten, weil sie den Spalt zwischen Nagel und Haut gegen Keime abdichtet.
Was der Reihe nach passiert
Zuerst wird alter Lack entfernt und die Nagelform gefeilt, immer in eine Richtung, nicht sägend. Dann folgt das Bad oder ein aufweichendes Mittel, danach das Zurückschieben der Nagelhaut mit einem Rosenholzstäbchen oder einem Schieber. Erst dann wird gegebenenfalls überschüssige, bereits abgestorbene Haut entfernt.
Es folgen Pflege des Nagelbetts, eine kurze Handmassage und, wenn gewünscht, Lack. Eine klassische Maniküre dauert 30 bis 45 Minuten, mit Lack eher 45 bis 60. Die Form richtet sich nach der Nagelbettform: Rund und oval sind stabiler, eckige Formen brechen an den Kanten leichter.
| Schritt | Zweck | Dauer |
|---|---|---|
| Feilen | Form, in eine Richtung | 5 bis 10 Minuten |
| Bad oder Aufweichen | Nagelhaut lösen | 5 Minuten |
| Nagelhaut schieben | Abdichtung erhalten | 10 Minuten |
| Pflege und Massage | Nagelbett, Durchblutung | 5 bis 10 Minuten |
| Lack | optional | 10 bis 15 Minuten |
Warum die Nagelhaut nicht geschnitten wird
Die Nagelhaut, fachlich Eponychium, dichtet den Übergang zwischen Nagelplatte und Haut ab. Wird sie geschnitten, entsteht eine Eintrittspforte für Bakterien und Pilze, und die typische schmerzhafte Entzündung am Nagelwall folgt. Außerdem wächst sie danach dicker und schneller nach.
Abgeschnitten wird deshalb nur, was ohnehin abgestorben ist und sich abhebt. Alles andere wird geschoben. Eine Maniküre, bei der es blutet, ist keine gute Maniküre, sondern eine Verletzung.
Hygiene im Studio
Alles, was die Haut berühren kann, muss entweder Einwegware sein oder desinfizierbar und desinfiziert. Feilen mit rauer Oberfläche lassen sich nicht sicher reinigen, deshalb bekommen viele Studios je Kundin eine eigene Feile oder benutzen Einwegaufsätze. Metallwerkzeug gehört in ein Sterilisationsverfahren.
Wer selbst zu Hause arbeitet, hält denselben Grundsatz: eigenes Werkzeug, kein Verleihen, nach Gebrauch reinigen. Das klingt übertrieben und verhindert die häufigste Komplikation der Nagelpflege, die Entzündung am Nagelwall.
Häufige Fragen
Warum darf die Nagelhaut nicht geschnitten werden?
Sie dichtet den Übergang zwischen Nagel und Haut ab. Geschnitten entsteht eine Eintrittspforte für Bakterien und Pilze, und sie wächst dicker nach.
In welche Richtung wird gefeilt?
Immer in eine Richtung, nicht sägend. Sägendes Feilen splittert die Schichten der Nagelplatte auf.
Welche Nagelform ist am stabilsten?
Rund und oval, weil die Kraft am Rand verteilt wird. Eckige Formen brechen an den Kanten leichter.
Woran erkenne ich saubere Hygiene?
Einwegware oder desinfizierbares Werkzeug, eigene Feile je Kundin oder Einwegaufsätze und Metallwerkzeug aus einem Sterilisationsverfahren.
Wie lange dauert eine Maniküre?
Klassisch 30 bis 45 Minuten, mit Lack 45 bis 60.
Quellen
- Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 über kosmetische Mittel · Sicherheitsbewertung, Stoffverbote
- Podologengesetz · geschützte Berufsbezeichnung, Ausbildung
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