Portal für Schönheit und Vitalität
Start·Ratgeber·Laser und Haut
Laser und Haut

Laser und Haut: ein Prinzip, viele Geräte

Jede Laserbehandlung funktioniert nach demselben Prinzip, der selektiven Photothermolyse: Eine Wellenlänge wird von einem bestimmten Ziel in der Haut aufgenommen, erhitzt es und lässt das Gewebe ringsum weitgehend unberührt.

Sessel im Wartebereich einer Praxis
Sessel im Wartebereich einer PraxisKI-generiertes Bild

Das Prinzip in einem Absatz

In der Haut gibt es drei Stoffe, die Licht besonders gut aufnehmen: Melanin, also der Farbstoff in Pigment und Haarwurzel, Hämoglobin, der rote Blutfarbstoff, und Wasser. Jeder dieser Stoffe hat Wellenlängen, bei denen er besonders viel Energie schluckt. Wählt man die passende Wellenlänge und eine sehr kurze Impulsdauer, erhitzt sich nur das Ziel, während die Umgebung kühl bleibt.

Daraus folgt die ganze Gerätevielfalt. Gegen Pigment und Tätowierfarbe arbeiten gütegeschaltete Systeme mit Impulsen im Bereich von Nanosekunden oder Pikosekunden. Gegen Gefäße arbeiten Systeme, deren Wellenlänge das Hämoglobin trifft. Gegen Falten und Narben arbeiten Systeme, die Wasser treffen und dadurch Gewebe abtragen oder erwärmen.

Ziel, Wellenlänge, Anwendungsgebiet
Ziel in der HautTypische WellenlängenAnwendung
Melanin532, 694, 755, 1064 nmPigmentflecken, Tattoo, Haarentfernung
Hämoglobin532 und 595 nmCouperose, Besenreiser, Feuermal
Wasser2940 und 10600 nmFalten, Narben, Fibrome
Arztvorbehaltseit 31.12.2020§ 5 Abs. 2 NiSV
Fachkunde für den RestAnlage 3 NiSV§ 5 Abs. 1 NiSV

Ablativ, nicht ablativ, fraktioniert

Ablativ heißt: Gewebe wird abgetragen. Die Haut wird oberflächlich verdampft, darunter bildet sich neue. Das wirkt stark, braucht aber Ausfallzeit und Wundpflege. Nicht ablativ heißt: Die Oberfläche bleibt intakt, die Wärme wirkt darunter. Das ist schonender und langsamer.

Fraktioniert beschreibt keine dritte Kategorie, sondern eine Verteilung. Statt einer Fläche werden viele mikroskopisch kleine Säulen behandelt, dazwischen bleibt unbehandelte Haut stehen. Diese Inseln beschleunigen die Heilung. Fraktionierte Geräte gibt es sowohl ablativ als auch nicht ablativ.

Wo die Grenze zur Arztpraxis verläuft

§ 5 Absatz 2 NiSV zählt auf, was approbierten Ärztinnen und Ärzten mit entsprechender Weiterbildung vorbehalten ist: ablative Laseranwendungen, Anwendungen mit Verletzung der Integrität der Epidermis, die Behandlung von Gefäßveränderungen, Anwendungen an pigmentierten Hautveränderungen und die Entfernung von Tätowierungen oder Permanent Make-up. Das ist der Kern des Beauty-Lasergeschäfts, und er liegt seit dem 31. Dezember 2020 in ärztlicher Hand.

Was bleibt für Kosmetikinstitute, ist die dauerhafte Haarentfernung mit Laser oder intensiven Lichtquellen, und auch dafür verlangt § 5 Absatz 1 NiSV eine nachgewiesene Fachkunde durch Schulung nach Anlage 3 der Verordnung. Wer eine Behandlung anbietet, muss die Fachkunde auf Nachfrage belegen können.

Was die Impulsdauer bewirkt

Neben der Wellenlänge entscheidet die Impulsdauer über die Wirkung. Sehr kurze Impulse im Bereich von Nanosekunden oder Pikosekunden erzeugen einen mechanischen Effekt: Das Ziel zerspringt, bevor die Wärme in die Umgebung abfließen kann. Das ist das Prinzip bei Pigment und Tätowierfarbe.

Längere Impulse im Bereich von Millisekunden erzeugen einen thermischen Effekt: Das Ziel erhitzt sich und gibt Wärme an die Umgebung ab. Genau das ist bei Haarentfernung gewollt, weil nicht das Haar selbst, sondern die Wurzel daneben zerstört werden soll.

Warum Kühlung dazugehört

Jede Energie, die nicht vom Ziel aufgenommen wird, landet in der Haut. Kaltluft, gekühlte Kontaktflächen oder Kühlspray senken die Oberflächentemperatur und verhindern Verbrennungen. Eine Behandlung ohne jede Kühlung ist bei den meisten Geräten ein Warnzeichen.

Was der Hauttyp mit der Sicherheit zu tun hat

Je mehr Melanin in der Haut liegt, desto mehr Energie nimmt die Haut selbst auf, statt sie an das Ziel weiterzugeben. Bei dunkleren Hauttypen steigt dadurch das Risiko für Verbrennungen und für Pigmentverschiebungen nach oben wie nach unten.

Deshalb wird bei dunkleren Hauttypen mit längeren Wellenlängen, längeren Impulsen und niedrigerer Energie gearbeitet, und deshalb ist eine Probebehandlung an einer kleinen Stelle dort besonders sinnvoll. Frisch gebräunte Haut verschiebt jeden Hauttyp nach unten, weshalb Sonne und Solarium vor jeder Sitzung ausfallen.

Fragen Sie in der Beratung, welcher Hauttyp bei Ihnen angenommen wird und welche Einstellungen daraus folgen. Wer darauf keine Antwort bekommt, bekommt eine Standardeinstellung.

Fragen an jeden Laseranbieter

  • Welches Gerät wird eingesetzt, und mit welcher Wellenlänge?
  • Welche Qualifikation liegt vor, Approbation oder Fachkunde nach Anlage 3?
  • Wird gekühlt, und womit?
  • Wird eine Probebehandlung angeboten?
  • Wie wird mit Muttermalen im Behandlungsgebiet umgegangen?
  • Was ist in den Wochen vor und nach der Sitzung zu beachten?

Häufige Fragen

Was bedeutet selektive Photothermolyse?

Eine Wellenlänge wird von einem bestimmten Stoff in der Haut aufgenommen, erhitzt ihn und lässt das umliegende Gewebe weitgehend unberührt. Auf diesem Prinzip beruht jede Laserbehandlung der Haut.

Was heißt ablativ?

Dass Gewebe abgetragen wird. Die Haut wird oberflächlich verdampft, darunter bildet sich neue. Das wirkt stark, braucht aber Ausfallzeit und Wundpflege.

Was ist ein fraktionierter Laser?

Kein eigener Gerätetyp, sondern eine Verteilung: viele mikroskopisch kleine Behandlungssäulen mit unbehandelten Inseln dazwischen. Die Inseln beschleunigen die Heilung.

Welche Laserbehandlungen darf nur ein Arzt machen?

Ablative Anwendungen, Anwendungen mit Verletzung der Epidermis, Gefäßveränderungen, pigmentierte Hautveränderungen und die Entfernung von Tattoos oder Permanent Make-up, nach § 5 Absatz 2 NiSV.

Braucht ein Kosmetikstudio für Haarentfernung eine Fachkunde?

Ja. § 5 Absatz 1 NiSV verlangt den Nachweis über eine Schulung nach Anlage 3 der Verordnung oder eine entsprechende ärztliche Fortbildung.

Warum ist Kühlung wichtig?

Weil jede Energie, die nicht vom Ziel aufgenommen wird, in der Haut landet. Kaltluft oder gekühlte Kontaktflächen senken die Oberflächentemperatur und verhindern Verbrennungen.

Quellen

Weiterlesen

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine ärztliche oder fachkosmetische Beratung und keine Untersuchung.