Besenreiser entfernen: erst die Venen, dann die Optik
Besenreiser sind die kleinste Form von Krampfadern und lassen sich per Verödung oder Laser beseitigen, aber sinnvoll erst, nachdem eine Ultraschalluntersuchung geklärt hat, ob dahinter ein größeres Venenproblem steckt.
Was Besenreiser eigentlich sind
Besenreiser sind erweiterte kleinste Venen direkt unter der Hautoberfläche, meist an Oberschenkeln, Knien und Unterschenkeln. Fachlich zählen sie zu den Krampfadern, nur in der kleinsten Ausprägung. Sie tun in der Regel nicht weh und sind für sich genommen harmlos.
Wichtig ist, was darunter liegt. Häufig sind Besenreiser das sichtbare Zeichen einer Venenschwäche, bei der größere Venen ihre Klappen nicht mehr richtig schließen. Wird nur die Oberfläche behandelt, kommen die Besenreiser wieder, weil der Druck aus der Tiefe bleibt. Deshalb steht die Ultraschalluntersuchung der Beinvenen am Anfang, nicht das Gerät.
| Punkt | Verödung | Gefäßlaser |
|---|---|---|
| Zugang | Nadel in das Gefäß | von außen durch die Haut |
| Geeignet für | größere Besenreiser, Netze | sehr feine Gefäße |
| Sitzungen | 2 bis 4 | 2 bis 4 |
| Danach | Kompression, Tage bis Wochen | Kühlung, Sonnenschutz |
| Sonnenkarenz | 4 bis 6 Wochen | 4 bis 6 Wochen |
Verödung und Laser im Vergleich
Bei der Verödung, fachlich Sklerosierung, wird ein Mittel in das Gefäß gespritzt, das die Innenwand reizt. Die Wände verkleben, der Körper baut das Gefäß ab. Das Verfahren eignet sich gut für etwas größere Besenreiser und für Netze, die sich anstechen lassen.
Der Gefäßlaser arbeitet von außen. Die Wellenlänge wird vom roten Blutfarbstoff aufgenommen, das Gefäß erhitzt sich und verschließt sich. Das eignet sich für sehr feine Gefäße, die zu klein für die Nadel sind, und für Stellen wie Knöchel oder Gesicht. Auch hier greift der Arztvorbehalt aus § 5 Absatz 2 NiSV für die Behandlung von Gefäßveränderungen.
Beide Verfahren brauchen mehrere Termine. Üblich sind 2 bis 4 Sitzungen, danach ist das Ergebnis über Wochen zu beurteilen, weil der Abbau Zeit braucht. Direkt nach der Behandlung sind Rötung, kleine Krusten oder ein bräunlicher Schatten normal.
Was danach zählt
Nach der Verödung werden Kompressionsstrümpfe getragen, je nach Vorgabe für einige Tage bis mehrere Wochen. Sonne auf frisch behandelten Stellen führt zu bräunlichen Verfärbungen, deshalb gehören die Beine für 4 bis 6 Wochen bedeckt oder geschützt.
Und wie bei Couperose gilt: Die Neigung bleibt. Bewegung, Gewichtskontrolle, Wechselduschen und das Vermeiden von langem Stehen ändern nichts an bestehenden Gefäßen, verlangsamen aber das Nachwachsen.
Was der Ultraschall klären soll
Die Untersuchung dauert 15 bis 30 Minuten und tut nicht weh. Geprüft wird, ob die Klappen in den großen Stammvenen dichthalten. Schließen sie nicht mehr, staut sich Blut nach unten, und der Druck sucht sich einen Weg in die kleinsten Gefäße unter der Haut. Genau das erzeugt Besenreiser nach.
Findet sich ein solcher Rückfluss, wird zuerst die Ursache behandelt, nicht die Optik. Wer nur die sichtbaren Gefäße verödet, bekommt in ein bis zwei Jahren dieselben Stellen zurück und zahlt zweimal.
Wann es mehr als Kosmetik ist
Schwere Beine am Abend, Schwellungen am Knöchel, nächtliche Wadenkrämpfe, Juckreiz an der Innenseite des Unterschenkels und bräunliche Verfärbungen der Haut oberhalb des Knöchels sind Zeichen einer Venenschwäche. Sie gehören ärztlich beurteilt, unabhängig davon, wie die Beine aussehen.
Was Sie selbst tun können
Bewegung ist der wirksamste Hebel. Die Wadenmuskulatur pumpt das Blut nach oben, deshalb hilft Gehen mehr als Stehen und Stehen mehr als Sitzen. Wer im Beruf lange steht oder sitzt, gewinnt mit kurzen Bewegungspausen alle 30 bis 45 Minuten.
Kompressionsstrümpfe wirken, auch ohne Diagnose, bei langen Flügen und langen Arbeitstagen. Kalte Beingüsse am Ende der Dusche verengen die Gefäße kurzfristig und werden von vielen als angenehm empfunden. Hitze wirkt umgekehrt: Sauna, heiße Vollbäder und lange Sonnenbäder erweitern die Gefäße.
Was nicht hilft, sind Cremes gegen Besenreiser. Ein bestehendes Gefäß verschwindet nicht durch ein Produkt, das auf der Hautoberfläche bleibt. Was solche Mittel leisten können, ist ein angenehmes Gefühl, nicht mehr.
Zeichen, die für eine Venenuntersuchung sprechen
- Schwere, müde Beine am Abend.
- Schwellung am Knöchel, besonders nach langem Stehen.
- Nächtliche Wadenkrämpfe.
- Juckreiz an der Innenseite des Unterschenkels.
- Bräunliche Verfärbung der Haut über dem Knöchel.
- Sichtbare, geschlängelte Venen am Unterschenkel.
Häufige Fragen
Sind Besenreiser gefährlich?
Für sich genommen nicht. Sie können aber das sichtbare Zeichen einer Venenschwäche sein. Deshalb gehört vor der kosmetischen Behandlung eine Ultraschalluntersuchung der Beinvenen.
Kommen Besenreiser wieder?
Behandelte Gefäße nicht, neue können entstehen, solange die Veranlagung und der Druck aus tieferen Venen bleiben. Wer die Ursache nicht klärt, behandelt in Abständen immer wieder dieselbe Stelle.
Verödung oder Laser, was ist besser?
Das hängt vom Kaliber ab. Größere Besenreiser und Netze lassen sich gut veröden, sehr feine Gefäße und Stellen wie Knöchel oder Gesicht sprechen eher auf den Laser an. Oft werden beide kombiniert.
Wie lange muss ich Kompression tragen?
Nach der Verödung je nach Vorgabe einige Tage bis mehrere Wochen. Die genaue Dauer legt die behandelnde Praxis fest, sie hängt von Ausdehnung und Verfahren ab.
Wer darf Besenreiser lasern?
Approbierte Ärztinnen und Ärzte mit entsprechender Weiterbildung. § 5 Absatz 2 NiSV zählt die Behandlung von Gefäßveränderungen zu den arztvorbehaltenen Anwendungen.
Helfen Cremes gegen Besenreiser?
Nein. Ein bestehendes Gefäß verschwindet nicht durch ein Produkt, das auf der Hautoberfläche bleibt. Ein angenehmes Gefühl ist alles, was solche Mittel leisten.
Quellen
- IQWiG, gesundheitsinformation.de: Krampfadern · Venenleiden und Verfahren
- NiSV § 5, Fachkunde und Arztvorbehalt · Gesetzestext im Volltext
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