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Haut und Kosmetik

Trockene Lippen: warum sie zuerst aufreißen

Lippen haben keine Talgdrüsen und eine sehr dünne Hornschicht, deshalb verlieren sie Feuchtigkeit schneller als jede andere Hautstelle und brauchen Fett von außen statt Wasser.

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Wartebereich mit PflanzenKI-generiertes Bild

Der anatomische Grund

Die Haut der Lippen ist mit etwa 3 bis 5 Zelllagen deutlich dünner als die des übrigen Gesichts, wo es 15 bis 20 sind, und sie besitzt weder Talg- noch Schweißdrüsen. Damit fehlt ihr der eigene Fettfilm, der anderswo die Verdunstung bremst. Kälte, trockene Heizungsluft, Wind und Sonne treffen deshalb hier zuerst.

Dazu kommt eine Gewohnheit, die es schlimmer macht: das Befeuchten mit der Zunge. Der Speichel verdunstet und nimmt zusätzlich Feuchtigkeit mit, außerdem enthält er Enzyme, die die dünne Hornschicht angreifen. Wer öfter über die Lippen fährt, hält den Kreislauf am Laufen.

Ursache und Gegenmittel
UrsacheWirkt überGegenmittel
Fehlende Talgdrüsenkein eigener Fettfilmfettreiche Pflege
Befeuchten mit der ZungeVerdunstung, EnzymeGewohnheit ablegen
Heizungsluft unter 40 ProzentAustrocknunglüften, befeuchten
Sonne auf der UnterlippeLichtschadenLichtschutz auch im Winter
Duft- und AromastoffeKontaktallergieduftstofffreie Produkte
Hornschicht der Lippe3 bis 5 Zelllagenim Gesicht 15 bis 20
Lichtschutz auf der Unterlippeab Faktor 30auch im Winter
Trinkmenge als Richtwertetwa 1,5 Liter täglichmehr bei Hitze

Was hilft

Fettreiche Pflege ist hier richtig, nicht wasserreiche. Wachse und Fette bilden den Film, der den Lippen fehlt. Bei starker Trockenheit sind einfache, duftstofffreie Produkte den aromatisierten überlegen, weil Duft- und Aromastoffe die häufigsten Auslöser von Kontaktallergien an den Lippen sind.

Lichtschutz gehört dazu, besonders auf der Unterlippe. Sie bekommt Sonne fast senkrecht ab, und dauerhafte Lichtschäden zeigen sich dort häufiger als auf der Oberlippe. Im Winter zählt außerdem die Raumluft: Unter 40 Prozent relativer Feuchte trocknen Schleimhäute und Lippen deutlich schneller aus.

Wann es kein Pflegethema mehr ist

Vier Zeichen sprechen für einen Termin statt für einen neuen Pflegestift. Erstens eingerissene Mundwinkel, die nicht abheilen, sie können auf Eisenmangel oder eine Pilzinfektion hinweisen. Zweitens weißliche, nicht abwischbare Beläge. Drittens eine raue, hartnäckig schuppende Stelle auf der Unterlippe, die über Wochen bleibt. Viertens Schwellung mit Juckreiz nach dem Auftragen eines Produkts.

Und ein häufiger Fehler zum Schluss: Peelings für die Lippen. Auf einer Haut ohne Talgdrüsen entfernen sie den ohnehin dünnen Schutz. Wo Schuppen stören, hilft Fett, nicht Abrieb.

Häufige Fragen

Warum trocknen Lippen schneller aus als andere Haut?

Weil sie weder Talg- noch Schweißdrüsen haben und die Hornschicht sehr dünn ist. Der eigene Fettfilm, der anderswo die Verdunstung bremst, fehlt.

Warum macht Ablecken es schlimmer?

Der Speichel verdunstet und nimmt Feuchtigkeit mit, außerdem greifen seine Enzyme die dünne Hornschicht an.

Sind Lippenpeelings sinnvoll?

Meist nicht. Auf einer Haut ohne Talgdrüsen entfernen sie den ohnehin dünnen Schutz. Gegen Schuppen hilft Fett, nicht Abrieb.

Braucht die Lippe Lichtschutz?

Ja, besonders die Unterlippe. Sie bekommt Sonne fast senkrecht ab, und Lichtschäden zeigen sich dort häufiger.

Wann sollte ich damit zum Arzt?

Bei eingerissenen Mundwinkeln, die nicht abheilen, bei weißlichen nicht abwischbaren Belägen, bei einer rauen schuppenden Stelle über Wochen und bei Schwellung mit Juckreiz nach einem Produkt.

Quellen

Weiterlesen

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine ärztliche oder fachkosmetische Beratung und keine Untersuchung.