Cellulite: die Bindegewebsfrage
Cellulite entsteht, weil bei Frauen die Bindegewebsfasern im Unterhautfettgewebe senkrecht verlaufen und Fettkammern dadurch nach außen wölben können, und keine Behandlung beseitigt sie dauerhaft, wohl aber lässt sich das Erscheinungsbild verbessern.
Warum fast nur Frauen betroffen sind
Im Unterhautfettgewebe halten Bindegewebsstränge die Haut an tieferen Schichten. Bei Frauen verlaufen diese Stränge überwiegend senkrecht und bilden Kammern, in denen Fettzellen liegen. Wachsen die Kammern, wölben sie sich zwischen den Strängen nach außen, und an der Oberfläche entstehen die typischen Dellen. Bei Männern verlaufen die Fasern eher netzartig, was diese Wölbung verhindert.
Dazu kommen dünnere Haut bei Frauen und der Einfluss von Östrogen. Cellulite ist deshalb keine Frage von Disziplin und keine Krankheit, sondern eine Bauform. Schätzungen gehen davon aus, dass die große Mehrheit der Frauen sie in irgendeinem Ausmaß zeigt, unabhängig vom Gewicht.
| Maßnahme | Wirkt über | Aufwand | Dauerhaft |
|---|---|---|---|
| Krafttraining der Beine | Muskelvolumen | 2 bis 3 mal pro Woche | solange trainiert wird |
| Gewichtsreduktion | Volumen der Fettkammern | dauerhaft | bei gehaltenem Gewicht |
| Apparative Verfahren | Bindegewebe, Durchblutung | 6 bis 12 Sitzungen | Wochen bis Monate |
| Cremes | Durchblutung, Wassergehalt | täglich | vorübergehend |
| Eiweiß als Richtwert | etwa 1,2 bis 1,6 g je kg Körpergewicht | bei Krafttraining | stützt das Bindegewebe |
| Auffrischung apparativ | alle 3 bis 6 Monate | nach der Serie | sonst lässt der Effekt nach |
Was tatsächlich etwas verändert
Drei Hebel wirken. Erstens weniger Volumen in den Fettkammern, also Gewichtsreduktion, wenn Übergewicht vorliegt. Zweitens mehr Muskelvolumen darunter, das die Haut von innen glättet; Krafttraining der Beine wirkt hier deutlich besser als Ausdauer allein. Drittens festeres Bindegewebe, wozu ausreichend Eiweiß und Bewegung beitragen.
Apparative Verfahren wie Massage mit Unterdruck, Radiofrequenz oder Stoßwelle verbessern das Erscheinungsbild für Wochen bis Monate. Sie brauchen Serien von 6 bis 12 Sitzungen und Auffrischungen. Cremes wirken über Durchblutung und Wassergehalt, also an der Oberfläche und vorübergehend.
Was ehrlich gesagt gehört
Kein Verfahren beseitigt Cellulite dauerhaft. Wer das verspricht, verspricht etwas, das die Anatomie nicht hergibt. Realistisch sind eine glattere Oberfläche, festere Haut und ein besseres Gesamtbild, solange die Maßnahmen fortgesetzt werden.
Und ein Hinweis zur Einordnung: Cellulite ist medizinisch bedeutungslos. Sie verursacht keine Beschwerden und erfordert keine Behandlung. Ob sie gestört, entscheidet die betroffene Person, nicht die Werbung.
Häufige Fragen
Warum haben Männer selten Cellulite?
Weil ihre Bindegewebsfasern im Unterhautfettgewebe eher netzartig verlaufen. Bei Frauen stehen sie überwiegend senkrecht und bilden Kammern, die sich nach außen wölben können.
Bekomme ich Cellulite durch Abnehmen weg?
Bei Übergewicht verbessert sich das Bild, weil weniger Volumen in den Kammern liegt. Die Bauform des Bindegewebes ändert sich dadurch nicht.
Helfen Cremes gegen Cellulite?
Sie wirken über Durchblutung und Wassergehalt an der Oberfläche und damit vorübergehend. Eine Veränderung der Struktur leisten sie nicht.
Wie viele Sitzungen brauchen apparative Verfahren?
Üblich sind Serien von 6 bis 12 Sitzungen, danach Auffrischungen. Das Ergebnis hält Wochen bis Monate.
Ist Cellulite ein medizinisches Problem?
Nein. Sie verursacht keine Beschwerden und erfordert keine Behandlung. Ob etwas unternommen wird, ist eine persönliche Entscheidung.
Quellen
- Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 über kosmetische Mittel · Sicherheitsbewertung, Stoffverbote
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte: Medizinprodukte · Zulassung und Marktüberwachung
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