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Haut und Kosmetik

Hyaluronsäure: zwei Dinge, ein Name

Hyaluronsäure in Pflegeprodukten bindet Wasser an der Hautoberfläche und lässt sie praller wirken, Hyaluronsäure als Filler wird vernetzt unter die Haut gespritzt und baut sich dort über 6 bis 18 Monate ab: dasselbe Molekül, zwei völlig verschiedene Anwendungen.

Steinwand in einem Spa
Steinwand in einem SpaKI-generiertes Bild

Was der Körper damit macht

Hyaluronsäure ist ein körpereigenes Molekül im Bindegewebe, das ein Vielfaches seines Gewichts an Wasser bindet. Mit den Jahren nimmt der Gehalt in der Haut ab, was zum Verlust an Spannkraft beiträgt. Genau daran hängt die Werbeidee, ihn von außen wieder aufzufüllen.

Die Grenze setzt die Molekülgröße. Große Moleküle bleiben auf der Oberfläche und bilden dort einen wasserbindenden Film, der die Haut glatter aussehen lässt. Kleine Moleküle dringen etwas tiefer in die Hornschicht ein. Bis in die Lederhaut, wo die Spannkraft entsteht, kommt aus einer Creme nichts.

Creme und Filler gegenübergestellt
PunktIn der PflegeAls Filler
Formnicht vernetztvernetzt
Wirktan der Oberflächeim Gewebe
Ergebnis sichtbarsofort, hält Stundensofort, hält 6 bis 18 Monate
Einordnungkosmetisches MittelMedizinprodukt
Auflösbarentfälltja, mit Enzym

Der Filler ist ein anderes Produkt

Für die Unterspritzung wird Hyaluronsäure vernetzt, also chemisch stabilisiert, damit sie nicht binnen Tagen abgebaut wird. Sie wird als Medizinprodukt in Verkehr gebracht und unterliegt der Marktüberwachung durch das BfArM. Injiziert wird sie in verschiedene Tiefen, je nachdem, ob Volumen aufgebaut oder eine Falte unterfüttert werden soll.

Die Haltbarkeit liegt je nach Vernetzung und Stelle bei etwa 6 bis 18 Monaten. Danach ist das Material abgebaut. Ein Vorteil gegenüber anderen Füllstoffen ist, dass sich Hyaluronsäure im Notfall mit einem Enzym auflösen lässt.

Was Sie fragen sollten

Bei Pflegeprodukten: Wo steht Hyaluronsäure auf der Bestandteilliste, und ist die Verpackung luftdicht. Bei Unterspritzungen: Welches Präparat wird verwendet, wie viel Milliliter, wer injiziert und was passiert im Fall einer Gefäßverlegung. Die letzte Frage ist die wichtigste, denn sie unterscheidet vorbereitete von unvorbereiteten Anbietern.

Nicht unterspritzt wird bei akuten Infektionen im Behandlungsgebiet, bei bekannten Unverträglichkeiten und in der Schwangerschaft. Nach der Behandlung sind Schwellung und blaue Flecken für einige Tage möglich.

Häufige Fragen

Füllt Hyaluron aus der Creme Falten auf?

Nein. Große Moleküle bleiben auf der Oberfläche und binden dort Wasser, kleine dringen in die Hornschicht ein. Bis in die Lederhaut kommt aus einer Creme nichts.

Wie lange hält eine Unterspritzung?

Je nach Vernetzung und Stelle etwa 6 bis 18 Monate. Danach ist das Material abgebaut.

Lässt sich ein Filler rückgängig machen?

Bei Hyaluronsäure ja, sie kann mit einem Enzym aufgelöst werden. Das ist ein wesentlicher Vorteil gegenüber anderen Füllstoffen.

Wer darf unterspritzen?

Die Injektion ist eine ärztliche Leistung. Fragen Sie nach Präparat, Menge und dem Vorgehen bei einer Gefäßverlegung, bevor Sie zustimmen.

Was ist nach der Behandlung normal?

Schwellung und blaue Flecken an den Einstichstellen für einige Tage. Sport, Sauna und Sonne sind für 48 Stunden nicht sinnvoll.

Quellen

Weiterlesen

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine ärztliche oder fachkosmetische Beratung und keine Untersuchung.